Сергей Завальный – stock.adobe.com
Ein Digitalpiano ist viel mehr als ein Keyboard. Das Spielgefühl und der Klang sind dem akustischen Vorbild, dem klassischen Klavier oder einem Konzertflügel nachempfunden. Die Klaviatur verfügt über eine Anschlagsdynamik, bei Instrumenten im oberen Preissegment sogar über Holztasten. Digitalpianos oder auch e-Pianos fühlen sich echt an. Und viele sehen einem akustischen Klavier sogar zum Verwechseln ähnlich! So gibt es Modelle, die im eleganten Holzgehäuse daherkommen. Alles was es über die hochwertigen Tasteninstrumente zu erfahren gibt und welche die besten sind, verraten wir in unseren ausführlichen E-Piano Tests & Reviews.

Ersetzt ein Digitalpiano ein akustisches Klavier?

Ja und nein! Es macht keinen Sinn, beide Instrumente gegeneinander auszuspielen. Am zutreffendsten ist es zu sagen, dass beide Tasteninstrumente sich perfekt ergänzen.

Die Stärken eines E-Pianos

PRO

  • Lautlos mit Kopfhörer
  • Muss nicht gestimmt werden
  • Aufnahmemöglichkeiten
  • Mehrere Klavierklänge
  • Weitere Instrumente einstellbar
  • Authentisches Spielgefühl
  • In der Regel leichter als ein akustisches Klavier
  • und einfacher zu transportieren, da in mehrere Komponenten zerlegbar

Klavier stimmen

Im Gegensatz zum Digitalpiano muss ein akustisches Klavier regelmäßig gestimmt werden. Wie oft man ein Klavier stimmen muss, lässt sich pauschal nicht beantworten. Es wird oft empfohlen, das Instrument 1 bis 2 mal im Jahr stimmen zu lassen. Aber die Frequenz hängt viel mehr von der Notwendigkeit ab. Klingt es schräg, sollte es gestimmt werden. Schwankungen in Temperatur und Luftfeuchtigkeit sind alles andere als optimal. Ein Klavier ist nicht nur ein Musikinstrument sondern auch ein charakterstarkes Wohnaccessoire, das den eigenen vier Wänden jede Menge Charme verleiht. Trotzdem sollte es nicht mitten im Wohnzimmer zwischen Schwedenofen und Terassentür stehen, die regelmäßig auch im Winter geöffnet wird, weil die Temperatur sich mit einem Holzofen nur schwer regulieren lässt. Man sollte darauf achten, dass die Gegebenheiten im Raum möglichst konstant sind. Alternativ lässt man den Klavierstimmer eben öfter kommen oder stimmt das Klavier selber, was in den meisten Fällen nicht ratsam ist. Die Preise professioneller Klavierstimmer bewegen sich meist zwischen 50 und 100 Euro. Hinzu kommen die Kosten für die Anfahrt. Ein geübter Klavierstimmer braucht je nach Ausgangszustand etwa 1 bis 2 Stunden.

Wie unterscheiden sich Klavier und Flügel?

Anders als beim Klavier in welchem die Saiten vertikal verlaufen, also von unten nach oben, sind sie beim Flügel horizontal angeordnet und laufen von vorn, dem Pianisten weg, nach hinten. Charakteristisch für Flügel ist auch ihre unverwechselbare Form. Im englischen Sprachraum wird das Klavier als upright piano bezeichnet. Den Flügel nennt man grand piano. Die Begriffe beschreiben die Form der Instrumente sehr treffend. Klaviere sind in der Regel viel günstiger als Flügel und auch kompakter. Man hat deutlich mehr Möglichkeiten, die in einem Raum zu platzieren. Einen Flügel kann man nicht einfach an die Wand stellen. Und wenn man es tut, wird er dort weder eine besonders gute Figur abgeben, noch seine Stärken voll entfalten können. Aufgrund der Bauform gibt es auch in Bezug auf die Mechaniken Unterschiede. Die Töne bei akustischen Klavieren und Flügeln werden erzeugt, indem ein mechanisch ausgelöster Hammer sie ins Schwingen versetzt. Die Hämmer kann man über die Tastatur dynamisch von ganz sanft bis sehr schnell auf die Saiten treffen lassen. Beim Klavier müssen die Hämmer nach jedem Anschlag von Federn zurück in ihre Ruheposition gebracht werden. Pro Sekunde ermöglicht die Klaviermechanik etwa 7 Anschläge. Ein Flügel hingegen macht sich die Schwerkraft zunutze. Da die Hämmer von unten nach oben schlagen, bringt ihr Eigengewicht sie gleich nach dem Anschlag wieder in die Ausgangsposition und das sehr schnell. Die Flügelmechanik ermöglicht dem Pianisten so das mehrfache Anschlagen eines Tons direkt hintereinander. Diese Repetitionen gehören zu den Stärken des Flügels und gerade fortgeschrittene Spieler wissen diese Eigenschaft zu schätzen. Ein Flügel kommt mit bis zu 14 Tastenanschlägen pro Sekunde und Taste zurecht. Interessant ist dies zum Beispiel bei Trillern. Sowohl beim Klavier als auch beim Flügel findet man das Sustain-Pedal welches ganz rechts zu finden ist. Geläufig ist auch die Bezeichnung Forte-Pedal. Wird es betätigt, werden die Dämpfer aller Saiten angehoben. So werden diese nach dem Anschlagen nicht mehr gedämpft und klingen nach. Beim mittleren Pedal gibt es hingegen einen Unterschied in der Funktion. Während es als Moderatorpedal beim Klavier dafür sorgt, dass ein dünner Filzstreifen zwischen Saiten und Hämmern geschoben wird und so die Lautstärke hörbar reduziert, weshalb es auch als Übungspedal bezeichnet wird, sorgt es beim Flügel als Sostenuto-Pedal dafür, dass die Dämpfer in der oberen Position gehalten werden und nicht wieder auf den Saiten landen. So schwingen die Saiten auch nach dem loslassen weiter und damit die gespielten Töne. Auch beim linken Pedal gibt es einen Unterschied in der Funktion. Beim Klavier handelt es sich um das sogenannte Pianopedal. Wie der Name bereits verrät, sorgt es dafür, dass die Töne leiser erklingen. Möglich wird dies, indem der Abstand zwischen Saite und Hammer verringert wird. Die Hämmer werden also näher an die Saiten bewegt und die Hämmer können so nicht mehr die Geschwindigkeit und Wucht beim auf die Saite treffen, entwickeln. Beim Flügel hingegen wird die gesamte Klaviatur mit Mechanik nach rechts verschoben. Auch beim Grand Piano hat dies Auswirkungen auf die Lautstärke. Außerdem hört man meist auch einen Unterschied was den Klang betrifft. Das linke Pedal heißt auch Una-Corda-Pedal. Bei Digitalpianos und Digitalflügeln versucht man, möglichst viel von den akustischen Vorbildern zu übernehmen um so einen authentischen Look und ein realistisches Spielgefühl zu ermöglichen. Gewichtete Hammermechaniken und Tastaturen die sich anfühlen wie echte sind das Ziel von Herstellern wie Yamaha und Kawai. Die Klaviaturen unterscheiden sich meist nicht zwischen E-Piano und Digitalflügel, aber der Resonanzkörper in Verbindung mit den verbauten Lautsprechern macht sehr wohl einen Unterschied, ähnlich wie bei akustischen Instrumenten.

Klavier spielen lernen

Im Grunde gibt es zwei Varianten, sich dem Klavierspiel anzunähern. Autodidaktisch, also allein und ohne Lehrer, oder aber mit einen Klavierlehrer an der Seite. Viele Erwachsene würden gerne Klavier spielen, trauen sich aber nicht, weil sie Noten lernen müssten. Klavierspielen macht auch ohne Lehrer, ohne Noten und ohne eine echte Strategie Spaß. Einfache Melodien und Akkorde sind ideal zum Entspannen, Nachdenken und auch total befriedigend. Zumindest eine Zeit lang. Dann bemerkt man nämlich meist, dass man auf der Stelle herum tritt und sich so nie nennenswert verbessern kann oder den Level erreichen wird, der einem vorschwebt. Oft ist die Musik die diesen Personen vorschwebt, technisch gar nicht so anspruchsvoll. Ein Klavierlehrer ist gerade für blutige Anfänger meist die beste Entscheidung. Gerade dann, wenn man tendenziell mit der Eigenmotivation zu kämpfen hat und jemanden braucht, der einen voranbringt und stetig motiviert. Außerdem bringt einem ein guter Lehrer alle Fallstricke bei. Er vermittelt einem die richtige Technik, eine ergonomisch korrekte Haltung und wichtige Lernstrategien. Denn ein Stück auswendig spielen zu können und den Lernfortschritt auch zu behalten, ist sehr wichtig für den Schüler und ein echtes Erfolgserlebnis, etwas frei spielen zu können. Aber auch ohne Lehrer kann man grundsätzlich gute Fortschritte erzielen. Viele fangen gar nicht erst damit an, sich mit Lektüre für Anfänger die (nicht immer) langweilige und öde Musikstücke enthält sondern machen sich gleich an die Stücke, die sie wirklich lernen wollen. Oftmals ohne Noten zu lernen auf Basis von Tutorials die man zuhauf auf Videoplattformen finden kann oder mithilfe von Klavier Apps. Mit dieser Methode kann man zwar nicht alle Noten spielen die dem aktuellen Niveau entsprechen, aber dafür die Musik, die man unbedingt spielen möchte. Die Motivation ist bei diesen angehenden Pianisten oft riesig und so erreichen viele einen respektablen Level, auch ohne Noten. Für welchen Weg man sich am Ende entscheidet muss jeder selbst entscheiden. Es ist niemals zu spät, die Segel neu zu setzen und nach einiger Zeit als Autodidakt doch einen Lehrer zu nehmen oder den Klavierunterricht aufzugeben wenn man merkt, dass die Chemie zwischen Lehrer und Schüler nicht passt oder man das didaktische Konzept besser gegen etwas anderes eintauscht. Wichtig ist, motiviert zu bleiben. Der Fortschritt beim Spielen eines Musikinstruments liegt nicht nur an den Fähigkeiten, sondern auch an der Kontinuität.

DisobeyArt – stock.adobe.com

Lautstärke

Ganz gleich mit wie viel Talent man gesegnet ist – ohne viel Zeit ins Üben zu investieren wird man sein Potential niemals ausschöpfen können. Wenn man für sich entdeckt, dass Musik viel mehr ist als ein Hobby, welches mit einer Übungszeit von 30 Minuten bedient ist bis zur nächsten Session, wird es einen mehrmals täglich ans Klavier ziehen. Und wenn man eine Zeit lang ohne Musik sein muss, stellen sich vielleicht nicht gleich Entzugserscheinungen ein, aber es fehlt doch etwas. Wenn man alleine in einer Villa wohnt, weit und breit keine Nachbarn in Sicht und man das nötige Kleingeld hat, kauft man sich am besten einen Konzertflügel. Wenn man aber nicht allein wohnt kann das stundenlange Üben – gerade die ersten Wochen und Monate – für die anderen Familienmitglieder, Mitbewohner oder die Nachbarn sehr schnell zur Belastung werden und irgendwann in Gereiztheit abdriften. Und meist möchte man dies auch selbst den anderen nicht über Stunden zumuten oder auch mal zur späten Stunde noch üben. Es gibt zwei Möglichkeiten, dies zu bewerkstelligen. Möglichkeit 1 – Silent-System Man kauft sich ein akustisches Klavier mit Silent-System oder lässt ein Klavier mit einem solchen nachrüsten. Die Hämmerchen werden abgefangen, ehe sie auf die Saiten treffen und eine sehr genaue Sensorik ermittelt die Dynamik und gibt den Ton elektrisch im Idealfall exakt so wieder, wie er sich ohne Silent-System angehört hätte. Nur, dass man eben einen Kopfhörer auf hat und die Saiten nicht zum Schwingen gebracht werden. Ganz geräuschlos arbeiten diese Wunderwerke der Technik zwar nicht, aber wenn man sich nicht gerade im selben Raum aufhält, bekommt man gar nicht mit, dass jemand am Klavier sitzt und spielt. Der Nachteil ist, dass gerade beim Nachrüsten mit einem Silent-System etwas an Spielgefühl verloren geht. Der Anschlag verändert sich etwas. Außerdem – und das ist der größere Nachteil – sind diese Systeme ziemlich kostspielig. Möglichkeit 2 – E-Piano Wenn die Kosten für ein brauchbares Klavier mit Silent-System mit den Preisen für gute Digitalpianos vergleicht wird man feststellen, dass man das elektronische Tasteninstrument schon mit einem deutlich kleineren Budget erwerben kann. Ein sehr gutes E-Piano würden wir jederzeit einem mittelmäßigen Klavier das die besten Tage hinter sich hat und mehr eine Drahtkommode ist, vorziehen. Das ist aber Ansichtssache. Jeder Pianist und jeder Klavierlehrer hat hierzu eine andere Meinung. So wie der eine auf Instrumente von Yamaha schwört, der andere auf jene aus dem Hause Kawai und wieder ein anderer niemals ein Yamaha oder Kawai kaufen würde. Es ist üblich, dass man bei digitalen Klavieren zwei Ausgänge für Kopfhörer hat und jemand beim Üben oder Spielen zuhören kann, ganz ohne Lärm zu machen. Die Mechaniken der elektronischen Variante arbeiten leiser als die des akustischen Vorbilds. In der 1-Zimmer-Wohnung kann das von Vorteil sein, wenn man nicht allein wohnt. Wofür man sich letztendlich entscheidet, ist Geschmacksache. Wenn man auf das Flair und den Charme des Originals nicht verzichten möchte, kann man aber die Elektro-Variante im Holzkorpus kaufen.

Die Tastatur macht den Unterschied

Ein realistisches Spielgefühl hängt in erster Linie von der Klaviertastatur bzw. Klaviatur ab. Die technische Umsetzung war zu Beginn der Ära von digitalen Klavieren noch sehr primitiv – sie steckte sozusagen in den Kinderschuhen. Im Laufe der Jahre wurde die Mechanik aber stetig verbessert und mehr und mehr dem akustischen Vorbild angepasst. Die Klaviatur die aus 88 Tasten besteht und die Mechaniken machen sich die Anatomie des Originals zu eigen. So gibt es heute eine breite Auswahl an Instrumenten mit Holztasten und einer Kunststoffschicht, die Elfenbein imitiert. Sogar die Struktur der einzelnen Tasten findet Berücksichtigung und wird entsprechend angeglichen. Während bei der akustischen Variante die hohen Töne im Diskant dadurch erzeugt werden, dass die Hämmerchen auf einzelne, dünne und kurze Saiten treffen, werden die Saiten in Richtung Bass immer dicker und länger und schlagen bei tiefen Tönen auch Verbünde aus mehreren tiefen Saiten an. Es liegt nahe, dass dicke Saiten mit deutlich mehr Schmackes angeschlagen werden müssen, als dünne, filigrane Saiten die für die hohen Töne verantwortlich sind. Um den Hämmerchen die Power angedeihen zu lassen die sie hierfür benötigen, sind die Tasten gewichtet, so wie dies auch beim Nonplusultra, dem Flügel, der Fall ist. Das Gewicht der Klavierhämmer nimmt vom Diskant zum Bass zu. So wird die Balance der Dynamik gehalten und wenn eine Taste im Bass betätigt wird muss man nicht mit einem Gummihammer auf die Tastatur hauen und im Diskant nicht vorsichtig und behutsam die Taste drücken um zu vermeiden, dass es gleich laut wird. Betrachtet man die Hammermechanik stellt man demnach fest, dass die Klavierhämmer vom Bass zum Diskant an Größe verlieren. Die Tasten der tiefen Töne sind entsprechend auch schwerfälliger. Für ein authentisches Klavierspiel ist das sehr wichtig. So funktioniert die Hammermechanik: Mit dem Betätigen einer Taste setzt man eine Mechanik in Gange, die einen Hammer auf eine Klaviersaite schlagen lässt. Die Berührungszeit von Hammer und Saite wird dabei auf ein Minimum reduziert. Selbst wenn man kraftvoll eine Taste drückt und diese gedrückt hält – denn sonst würde der Klavierhammer die nun schwingende Saite gleich wieder dämpfen. Im Falle eines Digitalpianos gibt es keine Saiten. Die nachempfundene Mechanik welche sich aus mehreren Teilen zusammensetzt trifft stattdessen auf einen Sensor, der die Dynamik exakt ermittelt. Er erfasst die Geschwindigkeit und die Kraft mit der eine Taste betätigt wurde und gibt das entsprechende Sound-Sample für genau diese Konstellation wieder. In der Regel handelt es sich bei modernen Instrumenten sogar um zwei oder mehr Sensoren. Um dies zu ermöglichen, werden von den E-Piano-Herstellern echte Klaviere und Flügel aufgenommen. Das Tonspektrum ist gewaltig und umfasst extrem viele verschiedene Möglichkeiten. Man hat im Idealfall genau das Gefühl beim Spielen, welches einem ein echter Flügel vermitteln würde. Über die Jahre haben sich hier in der Praxis unterschiedliche Mechaniken und Standards etabliert, welche sich von Hersteller zu Hersteller meist spürbar unterscheiden. Mehr zu den Mechaniken der einzelnen E-Piano-Hersteller verraten wir hier. Auch der Druckpunkt wird zuweilen simuliert. Wenn man einen Stift horizontal vor sich legt und horizontal ein Lineal darüber, ergibt sich ein Plus. Befindet sich der Stift exakt in der Mitte und man bewegt nun ein Ende des Lineals auf und ab, wird auf der anderen Seite im selben Maße das andere Ende auf und ab wippen. Wenn der Stift seine Position nicht verändert, während man das Lineal weiter zu sich herzieht, verändert sich der Auflagepunkt entsprechend. Je weiter ich das Lineal zu mir herziehe, je größer wird der Hebel. Und je größer der Hebel wird und je weniger vom Lineal auf der anderen Seite verbleibt, je filigraner fällt die Bewegung dem Ende des Lineals auf der Seite aus, die von mir weg zeigt. Um eine kleine Bewegung zu initiieren, muss ich den Bewegungsradius weiter erhöhen. Im vergleich zu dem ersten Versuchsaufbau habe ich im zweiten nun keinen kurzen Auflagepunkt mehr, sondern einen sehr langen. Dieser ermöglicht eine authentische Druckpunktsimulation, die sehr feinfühlig auf die angewandte Dynamik reagiert. Das kurze Ende, welches von uns weg zeigt, betätigt dann entsprechend das Klavierhämmerchen, welches auf die Saite oder entsprechend die Sensorik trifft.

Africa Studio – stock.adobe.com

Sound und Raumklang

Ein hochwertiger Kopfhörer sorgt für ein hervorragendes klangliches Erlebnis. Aber um ein akustisches Klavier nachzuahmen, muss auch ein ordentlicher Sound mit dem verbauten Verstärkersystem zu erreichen sein. Denn auch ohne Kopfhörer sollte das gute Stück nicht wie eine Blechdose oder ein Röhrenradio aus den 50ern klingen. Um das gesamte Tonspektrum vom Bass bis zum Diskant realistisch wiedergeben zu können, bedarf es jahrelange Entwicklung und Verbesserung vonseiten des Herstellers. Auf der Hand liegt, dass der Korpus bzw. das Gehäuse eines Klaviers und die Resonanzkammer maßgeblich für die Entstehung der Musik verantwortlich sind. Einfache Stagepianos die für den mobilen Einsatz konzipiert sind, sind in der Regel aus Kunststoff, haben keine Resonanzkammer die der Rede wert ist und oft nur zwei Lautsprecher oder sogar überhaupt keine, wenn sie für den Bühneneinsatz gedacht sind. Auch wenn die Lautsprecher besonders hochwertig sein sollten und die Soundqualität entsprechend gut ist – mit den akustischen Vorbildern hat das nicht viel zu tun. Homepianos haben auch schon im mittleren Preissegment Lautsprecher die so angeordnet sind, dass sie nach unten in Richtung Boden abstrahlen und einen volleren, kräftigeren Sound generieren, der auch Bässe vernünftig wiedergeben kann. Modelle im oberen Preissegment verfügen meist über einen Holzkorpus und einen guten Resonanzboden, der in Verbindung mit mehreren Lautsprechern die optimal platziert sind, um ein Sounderlebnis zu ermöglichen, welches auch ein solches ist. Ein Erlebnis. Kein schlechter Witz – ganz ohne Kofphörer. Der Resonanzboden wird für gewöhnlich mit einem Transducer-System in Schwingung versetzt. Den Sound gibt er dann in sämtliche Richtungen in den Raum ab um das Gefühl eines echten Resonanzkörpers zu erreichen und nicht künstlich nach Lautsprecher zu klingen. Wenn mehrere Lautsprecher zum Einsatz kommen können Höhen, Mitten und Tiefen perfekt nachempfunden werden. Nicht blenden lassen sollte man sich von der Leistungsangabe in Watt. Über die Qualität hat diese nämlich keine Aussagekraft. Laut ist eben nicht automatisch gut.

Design und Ausführungen

Am teuersten ist sicher der Digitalflügel. Da man diesen eher nicht kauft um ihn ausschließlich mit Kopfhörer zu spielen, wäre ein akustisches Klavier mit Silent-System aber vielleicht die bessere Wahl. Richtig authentisch wie ein akustischer Flügel sind diese nämlich eher nicht. Das Stagepiano ist leicht und ohne weiteres platzsparend zu transportieren. Ein relativ einfacher Ständer ersetzt hier die edle Holzverkleidung. Es gleicht mehr einem Keyboard als einem Klavier. Aber wie für E-Pianos üblich, verfügt es über eine hochwertige Hammermechanik und spielt sich wie deshalb eben wie ein Original. Das Homepiano ist entsprechend das Gegenstück. Es ist für den stationären Einsatz vorgesehen und kann deshalb auch deutlich schwerer sein. Das Gehäuse ist meist aus Holz und das Design an ein echtes Klavier angepasst. Auf den ersten Blick sehen sie für den Laien deshalb oft aus wie die „Echten“. Wer viel Wert auf Ästhetik legt und im neuen Instrument eben auch einen Einrichtungsgegenstand sieht der vom Stil her perfekt in die eigenen vier Wände passen soll, ist hier ganz sicher gut beraten.

Wirestock – stock.adobe.com

Funktionen und Features

Transponieren: Von einer Tonart kann man problemlos in eine andere transponieren bzw. den Kammerton variabel anpassen. Ganz davon abhängig, ob man gerade Jazz, Pop oder klassische Musik aus der Barock-Ära interpretiert, die bekanntlich etwas tiefer war im Original. Mit einem akustischen Klavier eigentlich unmöglich, beim Digitalpiano meist mit wenigen Schritten umsetzbar. Metronom: Mechanische Metronome, aber auch elektronische Metronome sowie diverse APPs sind zum Erlernen eines Instruments Gold wert und eigentlich ein absolutes Must-Have. Elektronische Pianos haben diese Funktion bereits integriert, was super praktisch ist. Recorder: Seine eigene Stimme auf einer Aufnahme zu hören, ist irgendwie gewöhnungsbedürftig, nimmt man sie selbst doch ganz anders wahr. Genau dasselbe gilt auch für das Klavierspiel. Um sich selbst objektiv einschätzen zu können, Stärken und Schwächen herauszuhören, ist eine Aufnahme-Funktion absoluter Goldstandard. Sounds und Klänge: Von verschiedenen Pianoklängen über Orgeln bis hin zu Streichern ist alles abgedeckt. Ob man die meisten Klänge und Sounds tatsächlich benötigt sei einmal dahingestellt. Letztendlich ist das entscheidendste für die meisten Anwendungsbereiche ein gelungener Pianosound. Aber sie zu haben schadet sicher nicht und das Herumexperimentieren kann zeitweilen auch mächtig Spaß machen. W-Lan und Midi-Funktion: Was das klassische Klavier nicht hergibt, ist mit dem digitalen Pendant überhaupt kein Problem. Nie war es so einfach Smartphone, Tablet, Notebook und PC mit dem Piano zu verbinden. So kann man Aufnahmen machen, Apps und Software nutzen. Es ist weit verbreitet – gerade unter Einsteigern älteren Semesters – eine Abneigung gegen das Erlernen von Noten zu haben. Die Hürde ist groß und schreckt viele ab. Es ist menschlich nachvollziehbar und verständlich, auch wenn es besser wäre, hier ganz von vorn anzufangen und bei Null anzusetzen. Man kann aber auch visuell sehr gut lernen, das ist ein Fakt, der regelmäßig bestätigt wird. Synthesia beispielsweise ist eine Software die unter anderem auf einem Tablett anzeigt, welche Tasten man wann betätigen muss. Da eine Verbindung zum Instrument besteht weiß die Software genau, welche Taste man betätigt und man muss nicht ständig das jeweilige Stück anhalten, weil man einen Ton verpasst hat. Synthesia & Co passen sich ganz dem Spieler an. Schnelle Fortschritte gerade für Autodidakten sind so durchaus machbar. Display: Visualisiert werden sämtliche Einstellungen, Features und verfügbare Funktionen mit einem Display. Teilweise werden sogar Touch-Displays verbaut, die die Bedienung noch einfacher und schneller machen. USB-Anschluss: Möchte man eine MIDI-Datei wiedergeben, kann man diese einfach auf einen USB-Stick ziehen und diesen am entsprechenden Port anschließen.

E-Piano kaufen

Beim Kauf sind zwei Kriterien besonders wichtig: Einsatzzweck: Für die Bühne eignet sich entsprechend das Stagepiano am besten, auch wenn man es zuhause ebenso verwenden kann. Ein Homepiano oder ein Digitalflügel machen sich in den eigenen vier Wänden natürlich am besten. Was die Funktionen anbelangt sollte man genau abwägen, was man braucht und was nicht und sich entsprechend an den eigenen Anforderungen orientieren. Budget: Ein High-End-Piano gibt es nicht für lau. Je hochwertiger ein Instrument ist und je umfangreicher die Ausstattung ausfällt, je teurer ist es natürlich. Deshalb sollte man genau abwägen, worauf man am meisten Wert legt. Ist es neben dem Spielgefühl eher die Optik und damit das Design oder der Preis? Kauft man einen guten Kopfhörer, muss der Sound ohne nicht unbedingt pompös sein und das aktuell mögliche ausschöpfen. Soll das E-Piano hingegen ein akustisches Instrument vollständig ersetzen und man möchte auch regelmäßig ohne Kopfhörer spielen, sollte man nicht zu sparsam sein und auf optimale Resonanz wert legen.

E-Piano für Anfänger gesucht?

Wir haben die Einsteiger-Modelle verglichen und einen Favoriten gefunden.

Pedale

Homepianos kommen bereits mit Pedalen daher, Stagepianos können meist damit nachgerüstet werden. Die Pedale. Ohne sie wären Digitalpianos nicht mehr als ein billiger Abklatsch von ihren Vorbildern. Es handelt sich um drei Pedale. Ein linkes, ein mittleres und ein rechtes, welche die Funktion eines Flügels nachahmen.

WavebreakMediaMicro – stock.adobe.com