Der akustische Flügel ist schon aufgrund seiner Größe ein Eyecatcher. Er verleiht sowohl Konzertsälen als auch Kirchen, Bühnen und sogar dem heimischen Wohnzimmer ein besonderes Flair. Selbst wenn man nur gelegentlich ein paar Tasten betätigt und keine Ambitionen hat ein herausragender Pianist zu werden – Der Flügel ist schon rein optisch ein absolutes Highlight und seine bloße Anwesenheit sorgt für Wohlbehagen und eine positive Atmosphäre. Die überragende Akustik mit differenzierten Höhen und markanten Bässen sind eine Wohltat für die Seele. An sich hat die Sache nur zwei Haken. Zum einen sind Flügel in der Regel sehr teuer, zum anderen benötigt man jede Menge Platz. Außerdem wollen die edlen Instrumente auch regelmäßig gepflegt und gewartet werden, um Optik und klangliche Eigenschaften, sowie die komplexe Technik im Innenleben, auch langfristig aufrecht erhalten zu können. Hier kommt der Digitalflügel als Alternative ins Spiel. Wie sich die elektrische Variante von der akustischen unterscheidet, welche Abstriche man machen muss und für sich der Kauf überhaupt lohnt, verraten wir in diesem Beitrag.

Der Akustische Flügel

Ein Flügel ist durch seine spezielle Bauform gekennzeichnet, die ihm den typischen Look verleiht, der an die Flügel eines Vogels oder Engels erinnert. Ähnlich, wie man sie auch beim Cembalo findet. Bis Anfang des 19. Jahrhunderts war es auch üblich, das Cembalo als Flügel zu bezeichnen. Im Englischen kennt man den Flügel als Grand Piano, also großes Klavier. Charakteristisch sind auch seine drei Beine. Der Rahmen beherbergt nicht nur die Saiten, sondern ergibt mit dem Resonanzboden auch einen gewaltigen Resonanzkörper. Ein aufklappbarer Deckel lässt nicht nur den Schall entweichen, sondern verleiht dem Instrument auch einen ästhetischen Charme der es so auch zum hochwertigen Einrichtungsobjekt macht das faszinierte Blicke auf sich zieht. Sehr wichtig ist eine große Gusseisenplatte im Inneren die als tragendes Element die gewaltige Zugkraft der Saiten über etwa 20 Tonnen hält. Für gewöhnlich ist ein moderner Flügel zum Boden hin geöffnet. Ältere Ausführungen können auch geschlossen sein. Genau in der Mitte und zwischen den beiden vorderen Beinen findet sich die sogenannte Lyra. An ihr sind die Pedale befestigt. Während früher Tastenauflagen aus Elfenbein verwendet wurden kommen heute hauptsächlich mit vermahlener Keramik versetzte Spezialkunststoffe zum Einsatz. Eine Ausnahme bilden Flügel mit Elfenbeinklaviaturen, welches nachweislich vor den 1980er Jahren gebaut wurden und dies mit einem CITES-Gutachten nachgewiesen werden kann. Die Flügelmechanik, welche auch als Spielwerk bezeichnet wird, versetzt die Saiten in Schwingung. Wie beim Klavier schlagen dabei Hämmer auf die Flügelsaiten. Diese bestehen aus einem mit Filz ummantelten Holzkern die von unten auf die Saiten treffen. Damit die Saiten schwingen können hebt sich der Dämpfer bis die Taste losgelassen wird. Beachtlich ist die Zahl der verbauten Stahlsaiten. Etwa 230 davon sorgen für die riesige Zuglast des Instruments. Im Bass haben die Töne nur ein oder zwei Saiten, in seltenen Fällen auch drei, dann meist mit Kupferdraht umsponnen. Im Diskant und auch in der Mittellage hingegen haben die einzelnen Töne drei Saiten. Man spricht hier auch vom Saitenchor. Die längeren Saiten in einem Flügel sorgen für einen überzeugenden Klang. Dieser ist klar und rein, vor allem bei sehr langen Flügeln wie dem Konzertflügel. Zusammenfassend kann man sagen, dass ein Flügel das Nonplusultra ist, wenn man ausreichend Platz hat und vor allem die finanziellen Mittel.

Der Digitalflügel

Eine Alternative zum akustischen Original sollen digitale Flügel oder kurz Digitalflügel darstellen. Sie sind ihren Vorbildern optisch nachempfunden und sollen auch klanglich näher an einem Flügel als am klassischen Digitalpiano liegen. Wirft man einen Blick in den Korpus eines Digitalflügels fällt natürlich sofort auf, dass darin keine Saiten zu finden sind, sondern Lautsprecher, die dem Resonanzkörper Töne und Musik zu entlocken, die dem akustischen Flügel möglichst nahekommen. Authentisch soll auch der Anschlag sein und die verwendeten Tastaturen sind deshalb sehr hochwertig und fortschrittlich. Gewichtete Tasten und ein realistischer Anschlag sorgen für ein Spielgefühl, welches man so auch bei einem echten Flügel hat. Zumindest in der Theorie. Dass ein Bösendorfer Grand Piano für über 100.000€ einem Digitalflügel für 5.000€ in jeder Nuance überlegen ist, sollte klar sein. Aber darum geht es beim Digitalflügel auch nicht. Die integrierten Samples imitieren bei Modellen im mittleren und oberen Preissegment sehr realistisch die Sounds von Bösendorfer, Steinway & Co. Sogar die typischen Geräusche die neben den Klaviertönen beim Spielen entstehen sind oft mit dabei. Außerdem kann man digitale Flügel völlig geräuschlos spielen indem einfach Kopfhörer aufsetzt. Natürlich lässt sich auch ohne Kopfhörer die Lautstärke individuell anpassen, um auch in den Abendstunden spielen zu können ohne jemanden zu stören.

Sind die Tastaturen besser als beim Digitalpiano?

Nein! Sind sie nicht in der Regel. Genau das ist auch ein Knackpunkt. Das Der digitale Flügel Yamaha CLP 665 hat bspw. die selbe Tastatur wie das Digitalpiano CLP 535, nämlich eine GH3X. Der Preisunterschied ist aber gewaltig.

Hat die Welt DARAUF gewartet?

Im Grunde genommen nicht. Ein Digitalflügel ist an sich ein Digitalpiano im Flügeldesign mit oftmals besserem Klang – zumindest, wenn man ohne Kopfhörer spielt und so vom Resonanzkörper profitieren kann. Weil Geige, Cello, Klavier & Co schon als elektrische Ausführung erhältlich sind, ist natürlich auch der E-Flügel ein Instrument, welches die Musikwelt ergänzt.

VORTEILE

  • Muss nicht gestimmt werden
  • Luftfeuchtigkeit und Temperaturschwankungen unproblematisch Keine Risse etc.
  • Wie beim E-Piano auch beim E-Flügel Hammermechanik
  • Lautlos mit Kopfhörer spielen
  • Raumgröße egal, da Lautstärke individuell einstellbar
  • NACHTEILE

  • Das Flügelfeeling bleibt aus
  • Charakteristische Optik wird nicht erreicht
  • Auch hochpreisige Modelle mit überzeugender Klangqualität und guten Klangeigenschaften, können einem echten Flügel in der Regel nicht das Wasser reichen
  • Konzertflügel spielen ohnehin in einer ganz anderen Liga, kosten aber auch ein Vermögen.
  • Digitalpianos als Alternative zum E-Flügel

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    Letzte Aktualisierung am 29.07.2021 um 16:58 Uhr / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API